Der Namensgeber unserer Schule: Joseph von Fraunhofer (1787-1826)


APPROXIMAVIT SIDERA (Er brachte uns die Sterne näher.)

So lautet die Inschrift auf seinem Grabstein am alten Südfriedhof in München.

Joseph von Fraunhofer brachte uns mit seinem Leben und Wirken die Sterne näher, auch im übertragenen Sinn.

Er war ein Autodidakt als Physiker, Optiker, Techniker sowie Unternehmer und es gelang ihm, erstmalig in Bayern, anwendungsorientierte Grundlagenforschung mit angewandter Forschung zu verbinden, die Ergebnisse in marktreife Produkte umzusetzen und die fertigen Produkte zu vermarkten. Er schuf damit als Marktführer für Fernrohre, Mikroskope und Lupen in Europa nicht nur die Grundlagen für die optische Industrie in Deutschland, sondern führte seinen Betrieb nach bis zum heutigen Tag vorbildlichen Zielvorgaben.



Fraunhofer


Er war für seine Mitmenschen ein Vorbild und wir sind stolz, als Schule seinen Namen zu tragen.

 


Das Leben Joseph von Fraunhofers

Geboren am 6. März 1787 in Straubing als elftes Kind des Bürgers und Glasers Franz Xaver Fraunhofer und dessen Frau Anna Maria, einer Ratsdienertochter

Geburtshaus Joseph von Fraunhofers in Straubing
Geburtshaus Joseph von Fraunhofers in Straubing
Gedenktafel an Fraunhofers Geburtshaus
Gedenktafel an Fraunhofers Geburtshaus
 

Schwächlicher Knabe, im Alter von 11 Jahren Vollwaise.

Im August 1799 Beginn einer Lehre als Glaser beim gestrengen Hofspiegelmacher und Glasschleifer Philipp Anton Weichselberger, der ihn in seinem Lerneifer bremst und kaum fördert.

Im Juli 1801 Einsturz des Weichselberger’schen Hauses; Joseph wird im Beisein des Kurfürsten Maximilian und des Geheimen Rats Joseph von Utzschneider aus den Trümmern gerettet; Kurfürst Maximilian I. bietet dem armen Glaserlehrling Unterstützung an Vaters statt an und greift ihm finanziell unter die Arme.  Joseph von Utzschneider wird die Fürsorge übertragen.

Beginn des Selbststudiums Fraunhofers in Mathematik und Optik, Bau einer Glasschleifmaschine, Schleifen optischer Gläser, Besuch der Feiertagsschule, Auszeichnung unter 86 Schülern, Unterricht bei einem Privatlehrer sowie Anschaffung einer neuen optischen Schleifmaschine.

Rückkehr zu Weichselberger als Geselle im Mai 1804.

Im Mai 1806 Anstellung als Optiker im Mathematisch-Feinmechanischen Institut von Georg Friedrich von Reichenbach, Joseph von Utzschneider und Joseph Liebherr nach fachlicher Prüfung durch den Astronom und Vermessungsfachmann Prof. Ulrich Schniegg. Dort schleift, poliert, zentriert und berechnet Fraunhofer mit revolutionär neuen Maschinen und Messverfahren die Gläser für die Präzisionsmessinstrumente und astronomischen Teleskope des Instituts, aus dem das weltberühmte Optische Institut in München hervorgeht, welches fast ganz Europa mit Teleskopen, Fernrohren, Mikroskopen, Lupen und anderen Instrumenten beliefert.

Erste wissenschaftliche Arbeit über hyper- und parabolische Spiegel und die Fertigung von Spiegelteleskopen 1807.

Im Februar 1809 Eintritt Fraunhofers als Gesellschafter in die Leitung des Mathematisch-Feinmechanischen Instituts, das; dort übernimmt er in der von Utzschneider angelegten Kunstglashütte Benediktbeuren, die dem Institut das nötige Kron- und Flintglas liefert, auf der Basis seines jahrelangen Experimentierens und Forschens nach der "idealen Rezeptur" für Linsenglas, die Verantwortung für die Glasschmelze zur Herstellung der hochwertigsten optischen Gläser seiner Zeit.

1814 Teilhaber am Institut; außerordentliche Erfolge Fraunhofers durch ständige Verbesserung der technischen Abläufe bei der Glaserzeugung und Glasbearbeitung sowie beim Bau optischer Werkzeuge und Instrumente (Mikroskope, Ferngläser, Fernrohre, Heliometer zur Messung von Durchmesser und Entfernungen von Sonne und Planeten) aufgrund der Ergebnisse wissenschaftlicher Grundlagenforschung an physikalischen Phänomenen des Lichts.

Fraunhofer (Mitte) mit seinem 1814 gebauten Spektroskop, mit dem es ihm gelang, 576 Absorptionslinien im Sonnenspektrum zu beobachten.
Fraunhofer (Mitte) mit seinem 1814 gebauten Spektroskop, mit dem es
ihm gelang, 576 Absorptionslinien im Sonnenspektrum zu beobachten.

Kontakte mit hochkarätigen Wissenschaftlern wie dem Physiker Carl Friedrich Gauß sowie Politikern und Herrschern wie Minister Montgelas, König Max I. und dem russischen Zaren Alexander.

1817 Präsentation der zwischen 1812 und 1814 verfassten Abhandlung "Bestimmung des Brechungs- und Farbzerstreuungsvermögens verschiedener Glasarten in Bezug auf die Vervollkommnung achromatischer Fernrohre" vor der Königlich-Bayerischen Akademie der Wissenschaften (hier Niederlegung seiner wichtigsten Entdeckung der sog. Fraunhofer’schen (Farb-) Linien im Sonnenspektrum, deren große Bedeutung als Grundstein zu einem äußerst wichtigen Gebiet der Physik, der Spektroskopie, erst später bekannt wurde).

Ernennung Fraunhofers zum korrespondierenden Mitglied der Königlich-Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Vorstellung der wissenschaftlichen Arbeit "Versuche über die Ursachen des Anlaufens und Mattwerdens des Glases und die Mittel, denselben zuvorzukommen".

1819 Zuerkennung des Professorentitels.

1821 Berufung zum außerordentlichen besuchenden Mitglied der Akademie.

1821 – 23 weitere bahnbrechende wissenschaftliche Arbeiten zur Beugung des Lichts; Vorlage der Arbeit "Eine Modifikation des Lichts durch gegenseitige Einwirkung und Beugung der Strahlen und Gesetze derselben" bei der Akademie. Damit verhelfen seine Forschungen der Wellentheorie des Lichts endgültig zum Durchbruch.

1822 Ehrendoktorwürde der Universität Erlangen.

1823 Bestellung zum besoldeten Professor und Konservator der mathematisch-physikalischen Staatssammlungen.

1824 Verleihung des Ritterkreuzes des "Civil-Verdienst-Ordens der baierischen Krone" durch König Ludwig I. und damit verbunden die Erhebung in den persönlichen Adelsstand; Ehrenbürger Münchens.

Bau des Dorpater Refraktors, das größte Fernrohr der damaligen Zeit, für die Sternwarte der Kaiserlich-Russischen Universität in Dorpat.

Am 7. Juni 1826 stirbt Joseph von Fraunhofer nach einer Erkältung an Lungenentzündung und Tuberkulose.


Posthume Ehrungen Joseph von Fraunhofers in seiner Geburtsstadt Straubing

Bereits 1827 benannte der Straubinger Stadtmagistrat den "Rindermarkt" in "Fraunhofer-Straße" um, brachte am Geburtshaus (Nr. 3) eine in frühklassizistischer Form gestaltete Büste Fraunhofers und zwei Gedenktafeln an (siehe oben). 1910 wurde zudem an der Südseite des Herzogsschlosses ein vom Münchner Professor Hermann Hahn gestaltetes Fraunhofer-Denkmal eingeweiht, das Fraunhofer als antiken Heros abbildet. Die Staatliche Berufsschule in der Pestalozzistraße 4 hat seit 1968 Fraunhofer als Namenspatron, den dort auch ein Wandgemälde des Straubinger Malers Josef Eberl zeigt. 1996 wurde die Joseph von Fraunhofer-Halle (Am Hagen 75) eingeweiht.


Fraunhofer-Gesellschaft

Die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. (Fraunhofer) ist mit rund 24.500 Mitarbeitern die größte Organisation für angewandte Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen in Europa, gefolgt vom niederländischen Institut TNO. Sie stellt einen wichtigen Teil der deutschen Forschungslandschaft dar, die unter anderem aus Hochschulen (insbesondere den Universitäten), Max-Planck-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz und der Deutschen Forschungsgemeinschaft besteht. Der Sitz der Zentrale ist München. 

Namensgeber für die Fraunhofer-Gesellschaft ist Joseph von Fraunhofer (1787–1826). Dessen hervorragende Leistung bestand in der Verbindung von exakter wissenschaftlicher Arbeit und deren praktischer Anwendung für neue, innovative Produkte. Joseph von Fraunhofer war als Forscher, Erfinder und Unternehmer gleichermaßen erfolgreich und wurde deshalb zum Vorbild und Namenspatron der heutigen Fraunhofer-Gesellschaft gewählt.

Gegründet im Jahr 1949 ist es das Ziel der Fraunhofer-Gesellschaft, anwendungsorientierte Forschung zum unmittelbaren Nutzen für Unternehmen und zum Vorteil der Gesellschaft durchzuführen. Die Fraunhofer-Gesellschaft betreibt derzeit mehr als 80 Forschungseinrichtungen, davon 69 Institute, an über 40 Standorten in ganz Deutschland.

Beispiele: Das Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit ist eine Einrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. Das Institut für IT-Sicherheitsforschung hat seinen Hauptsitz in Garching bei München. - Das Fraunhofer-Institut für Eingebettete Systeme und Kommunikationstechnik ESK ist ein Institut der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. Das Fraunhofer ESK hat seinen Sitz in München.

Rund 24.500 Mitarbeiter, überwiegend mit natur- oder ingenieurwissenschaftlicher Ausbildung, bearbeiten das jährliche Forschungsvolumen von 2,1 Milliarden Euro. Davon fallen mehr als 1,9 Milliarden Euro auf den Leistungsbereich Vertragsforschung. Über 70 % dieses Leistungsbereichs erwirtschaftet die Fraunhofer-Gesellschaft mit Aufträgen aus  der Industrie und mit öffentlich finanzierten Forschungsprojekten. Der Rest wird von Bund und Ländern beigesteuert, auch um damit den Instituten die Möglichkeit zu geben, Problemlösungen vorzubereiten, die in fünf oder zehn Jahren für Wirtschaft und Gesellschaft aktuell werden (Vorlaufforschung). Mitglieder der als gemeinnützig anerkannten Fraunhofer-Gesellschaft sind namhafte Unternehmen und private Förderer. Circa 3 Prozent des Finanzvolumens der Fraunhofer-Gesellschaft fallen auf den Leistungsbereich Ressortforschung für das Bundesministerium der Verteidigung. (Quelle: Wikipedia)

Weitere Informationen: Fraunhofer-Gesellschaft

Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium
Dr.-Muggenthaler-Straße 32
93413 Cham 

Telefon: +49 (0)9971/31083 
Fax: +49 (0)9971/801280 
E-Mail: verwaltung@jvfg-cham.de

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