So sieht der Ganztag aus

17.05.2020

Fraunhofer-Schüler erzählen von der gebundenen Ganztagsklasse

Während die Oberstufenschüler sich gerade auf ihre Abiturprüfungen am Fraunhofer-Gymnasium vorbereiten und wieder die Schule besuchen, müssen sich die jüngeren Schülerinnen und Schüler noch etwas gedulden. Viele vermissen ihre Schule, ihre Freunde und den gewohnten Alltag schon sehr. Vor allem für die Ganztagsschüler ist dies aber besonders schwer, denn sie sind es gewohnt, eigentlich den gesamten Tag an der Schule zu verbringen.

Doch was ist das Besondere an dieser Ganztagsschule, dass jemand freiwillig länger als nötig an der Schule bleibt?

Was ist das Besondere am Ganztag?

Wir haben vier Familien besucht, die ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit der gebundenen und der offenen Ganztagsschule gemacht haben und mittlerweile überzeugt sind vom Ganztagskonzept. In den Interviews mit Eltern und Kindern wurde deutlich, dass die Gründe, sich für die Ganztagsschule zu entschließen, sehr vielfältig sind. Die Erfahrungen sind aber offensichtlich so positiv, dass sich viele Familien dazu entschließen, auch Geschwisterkinder wieder in den Ganztag des Fraunhofer-Gymnasiums zu geben. Während in manchen Elternhäusern beide Elternteile berufstätig sind und daher eine Betreuung für ihre Kinder brauchen, ist diese Notwendigkeit in anderen Familien nicht gegeben. Martina Dinges, Mutter von drei Töchtern, ist begeistert von der persönlichen Betreuung in der gebundenen Ganztagsklasse. „Meine Kinder werden hier rundum versorgt“, ist sich die Rodingerin sicher und hat deshalb ihre jüngere Tochter nun ebenfalls im gebundenen Ganztag angemeldet. Gerade die Lernbüros, in denen die Schüler Fragen mit ihren Hauptfachlehrern noch mal klären können, hätten sie überzeugt. Auch Schüler, die eher zurückhaltend sind oder bei denen der Übertrittsschnitt gerade so reicht, möchte sie ermuntern, den Schritt ans Gymnasium zu wagen, denn im gebundenen Ganztag bekämen sie wirklich eine hervorragende Unterstützung. Tom Koller, Vater des 13-jährigen Luca, kann dies nur bestätigen und ist begeistert vom Gesamtpaket, das hier geschnürt wird. „Mein Sohn kommt nachmittags gegen 16 Uhr nach Hause und hat alle Hausaufgaben erledigt. So bleibt genügend Zeit für Fußball und Verein.“ Wir haben aber natürlich nicht nur die Eltern nach ihren Erfahrungen mit der Ganztagsschule befragt, sondern auch die Kinder zu Wort kommen lassen. In den Interviews erzählen sie von ihren persönlichen Erlebnissen. Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Interviewpartnern!

Unsere Schüler erzählen

Patricia Dinges (11) lebt in Roding und besucht die 6. Klasse der gebundenen Ganztagsschule. Ihre kleinere Schwester Victoria (10) ist bereits für die 5. Klasse, ebenfalls im Ganztag, angemeldet.
Patricia Dinges (11) lebt in Roding und besucht die 6. Klasse der gebundenen Ganztagsschule. Ihre kleinere Schwester Victoria (10) ist bereits für die 5. Klasse, ebenfalls im Ganztag, angemeldet.
Familie Koller lebt in Altenmarkt und für Sohn Luca (13) war bereits früh klar, dass er in die gebundene Ganztagsschule des Fraunhofer-Gymnasiums gehen wird.
Familie Koller lebt in Altenmarkt und für Sohn Luca (13) war bereits früh klar, dass er in die gebundene Ganztagsschule des Fraunhofer-Gymnasiums gehen wird.
 

Patricia, wie bist du zum Ganztag gekommen?

Eigentlich hat mich mein Papa darauf aufmerksam gemacht. In der Zeitung war ein Artikel über die Ganztagsschule am Fraunhofer und dann sind wir gemeinsam zum Schnuppernachmittag gegangen, wo ich mir alles genau angesehen habe. Man kann in Ruhe seine Hausaufgaben erledigen und in den Lernbüros vieles nochmal wiederholen. Außerdem hat man Zeit für andere Aktivitäten. Ich bin beispielsweise in der Kunstklasse und am Mittwochnachmittag beim Bogenschießen. Obwohl ich länger als andere Kinder an der Schule bin, kann ich am Abend noch im Verein Volleyball spielen, weil ich meine Hausaufgaben bereits in der Schule erledigt habe.

Victoria, deine ältere Schwester ist begeistert von der Ganztagsschule. Ist das der Grund, warum du im nächsten Schuljahr auch dorthin willst?

Ja, natürlich schon. Ich war aber auch selbst am Schnuppernachmittag und dort haben wir uns den Freizeitraum, das Digitale Labor und die Kletterhalle angesehen. Außerdem durfte ich das Bogenschießen schon mal ausprobieren.

Luca, warum hast du dich für die gebundene Ganztagsklasse entschieden?

Ich spiele schon lang Fußball im Verein und viele meiner Mannschaftskollegen waren bereits in der Fußballklasse oder im Stützpunkt Fußball am Fraunhofer. Da war klar, dass ich da auch hin möchte.


Für die Ganztagsklasse habe ich mich dann selbst entschieden, weil ich nicht wusste, wie ich mit den neuen Fächern, z.B. mit Englisch, zurechtkommen werde und dort einfach mehr Hilfe bekomme. Seit diesem Schuljahr bin ich in der Offenen.


In der Schule spiele ich fast jeden Tag Fußball und wenn ich am Nachmittag gegen 16 Uhr nach Hause komme, bin ich mit meinen schriftlichen Aufgaben komplett fertig. Ich kann also auch dreimal in der Woche zusätzlich ins Training der U14 Bezirksoberliga gehen, ohne dass ich in der Schule schlechter werde

 
Familie Weß lebt mit ihren drei Kindern und Hund Poldi in Furth im Wald. Julian (11) besucht die gebundene Ganztagsklasse und Alexander (13) die offene Ganztagsschule des Fraunhofer-Gymnasiums.
Familie Weß lebt mit ihren drei Kindern und Hund Poldi in Furth im Wald. Julian (11) besucht die gebundene Ganztagsklasse und Alexander (13) die offene Ganztagsschule des Fraunhofer-Gymnasiums.
Reinhard Dang (18) kam 2011 ans Fraunhofer-Gymnasium und besuchte als einer der Ersten die damals neu entwickelte gebundene Ganztagsklasse. Mittlerweile ist auch seine Schwester Sophia (12) im gebundenen Ganztag.
Reinhard Dang (18) kam 2011 ans Fraunhofer-Gymnasium und besuchte als einer der Ersten die damals neu entwickelte gebundene Ganztagsklasse. Mittlerweile ist auch seine Schwester Sophia (12) im gebundenen Ganztag.
 

Alexander, du bist jetzt in der 8. Klasse und hast in den letzten vier Jahren viel Zeit an der Schule verbracht. 

Warum hast du dich nach der gebundenen Ganztagsklasse für die offene Ganztagsschule entschieden?

Ich war die ersten zwei Jahre am Fraunhofer in der gebundenen Ganztagsklasse und fand es dort super. Man hat eine klare Struktur und bekommt viel Hilfe, wenn man die Hausaufgabe mal nicht verstanden hat. 

Eigentlich wollte ich die Gebundene auch in der 7. Klasse besuchen, aber damals kam sie leider nicht zustande. Deshalb habe ich mich dann für die offene Ganztagsschule entschieden, in der ich momentan immer von Montag bis Mittwoch bin. 

Wir gehen mittags gemeinsam in die Mensa zum Essen und erledigen anschließend unsere Hausaufgaben, was ganz gut ist, denn allein würde ich mich wahrscheinlich nicht so motivieren können. In der Schule hat man einfach mehr Ruhe und Konzentration. 

Mittwochnachmittag habe ich zusätzlich Erfinderclub und am Vormittag lerne ich in der Bläserklasse Saxophon.


Julian, du bist seit diesem Schuljahr neu am Fraunhofer in der gebundenen Ganztagsklasse. Wie geht es dir dort?

Ich wusste ja schon von meinem Bruder, dass es in der Gebundenen toll ist, deshalb war klar, dass ich auch dahin möchte. 

Der Freizeitraum ist toll und unsere FSJler machen ständig neue Sachen mit uns. Außerdem kann man mit ihnen auch mal über Dinge reden, die man einem Lehrer nicht erzählen würde. 

Ich bin wie mein Bruder im Erfinderclub und war heuer schon bei Jugend forscht dabei und auf der iENA, der Erfindermesse. Außerdem spiele ich in der Bläserklasse Trompete. 

Im nächsten Schuljahr lerne ich dann Französisch, da bin ich schon gespannt.

Reinhard, du hast letztes Jahr Abitur am Fraunhofer-Gymnasium gemacht und bist jetzt immer noch hier? Was hält dich denn an dieser Schule?

Eigentlich war meine kleine Schwester der Auslöser. Sie hat mich gefragt, ob ich nicht noch länger in Cham bleiben könnte. Für mich ist klar, dass ich Medizin studieren will, muss dazu aber natürlich woanders hingehen. Jetzt mache ich aber noch ein Freiwilliges Soziales Jahr im künstlerischen Bereich hier am Fraunhofer-Gymnasium. So kann ich meine Schwester noch länger begleiten und außerdem meinen Schnitt fürs Medizinstudium noch etwas verbessern.

Du hast ja nun schon jahrelange Erfahrung mit der gebundenen und auch mit der offenen Ganztagsschule. Wie bist du damit klargekommen und was hat sich in den letzten Jahren verändert?

Ich war am Anfang nicht immer der Fleißigste und deshalb war es ganz gut, dass ich an der Schule mein Zeug erledigen musste. Die Lehrer gaben sich wirklich viel Mühe mit mir und langsam lernte ich selbständiger zu arbeiten. Später war ich dann in der offenen Ganztagsschule, hab nebenbei ganz viel Schlagzeug in der Band gespielt und 2019 habe ich schließlich Abitur gemacht. Die Entscheidung, noch das FSJ dranzuhängen, war super! Ich lerne viel dazu, mache verschiedene Seminare und Workshops und habe jetzt auch meinen Übungsleiterschein. Die Stellvertretende Schulleiterin, Frau Schiedermeier, betreut uns FSJler und setzt uns natürlich im Ganztag ein. Diese Erfahrungen kann mir keiner mehr nehmen.

Sophia, dein älterer Bruder ist sicher ein Vorbild für dich, oder?

Ja, ich finde es super, dass mein Bruder als FSJler bei uns ist. Ich mag unsere FSJler alle sehr gern. Man ist dann nicht so allein und kann auch bei privaten Fragen zu ihnen gehen.

Was gefällt dir denn an der Ganztagsschule am besten?

Ich finde es super, dass sich die Lehrer alle so gut um uns kümmern und dass wir sogar frisch geschnittenes Obst in die Arbeitszeit geliefert bekommen.

 

Offene und gebundene Ganztagsschule

Während die offene Ganztagsschule (OGS) einer Nachmittagsbetreuung entspricht, in der die Kinder der 5. bis 10. Jahrgangsstufe gemeinsam Mittagessen und anschließend mit Unterstützung von Lehrkräften ihre Hausaufgaben erledigen und viele Freizeitmöglichkeiten geboten bekommen, ist die gebundene Ganztagsklasse (GGT) eine eigenständige Schulklasse, allerdings mit geringerer Schülerzahl. Dementsprechend gibt es eine intensivere Betreuung der Schülerinnen und Schüler durch die Lehrer. Der Stundenplan ist rhythmisiert und enthält auch Zeit zum gemeinsamen Mittagessen, Freizeit sowie Lern- und Arbeitszeiten. Ergänzt werden kann das Angebot durch die Lernbüros am Nachmittag von 15.30 bis 16.15 Uhr, in denen die Hauptfachlehrer den Lehrstoff mit den Schülern nochmals wiederholen. Eine Betreuung bis 17 Uhr ist zudem möglich.

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