Einmal Steinzeitmensch sein

13.11.2017

Archäologe Lothar Breinl besuchte Sechstklässler am Fraunhofer-Gymnasium

Der Archäologe Lothar Breinl erzählte den Sechstklässlern des Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasiums am vergangenen Freitag im Rahmen eines Projekttages, wie Menschen in der Jungsteinzeit gelebt haben. Der anschließende Höhepunkt für die Schüler: basteln, bohren, töpfern wie ein Steinzeitmensch.

Archäologe Lothar Breinl informiert über das Leben in der Steinzeit.
Archäologe Lothar Breinl informiert über das Leben in der Steinzeit.
 Aus Lehm entstanden damals Alltagsgegenstände.
Aus Lehm entstanden damals Alltagsgegenstände.

Wenn das Thema Steinzeit zu Anfang des Schuljahres im Lehrplan der sechsten Klassen steht, ist Lothar Breinl ein gefragter Mann. Zum einen, weil Breinl ein Fachmann für die Jungsteinzeit ist. Zum anderen, weil er experimentelle Archäologie betreibt. Das heißt, dass er versucht herauszufinden, wie die Menschen der Steinzeit Gegenstände genutzt haben, die bei Grabungen gefunden werden. Er experimentiert, wie sie mit Feuerstein und Zunderschwamm Feuer gemacht, wie sie Faustkeile, Klingen und Pfeilspitzen aus Feuerstein gefertigt und wie sie Muscheln zu Schmuck verarbeitet haben. Breinl zeigt den Schülern diese Techniken und verwandelt so Geschichtsunterricht in lebendigen Steinzeitunterricht.

In der Steinzeit benutzte man zum Haareschneiden scharfe Steine.
In der Steinzeit benutzte man zum Haareschneiden scharfe Steine.

Den Projekttag am Freitag, 10. November, begann Breinl damit, den 100 Sechstklässlern zu erklären, was Archäologie ist. Er erklärte, worauf Archäologen achten, wenn sie im Boden graben, und zeigte Dias von Ausgrabungen eines Steinzeitfriedhofs bei Straubing. Die Toten dort sind mit Kleidung und Schmuck begraben worden. Die Archäologen lernen dadurch über das Leben der Menschen, rätseln aber über manche der Gegenstände. So habe man bei manchen Toten auf Hüfthöhe Muscheln gefunden, die aus dem Mittelmeer stammen, erzählte Breinl. Also habe man mit der Muschel herumprobiert und schließlich eine These aufgestellt: Die Muschel ist von den Menschen der Steinzeit als Gürtelschnalle genutzt worden.

Mit Zunderschwamm und Feuerstein wird Feuer gemacht,
Mit Zunderschwamm und Feuerstein wird Feuer gemacht,
 Jagdpfeile wurden mit fantasievollen Mustern versehen.
Jagdpfeile wurden mit fantasievollen Mustern versehen.
 

Lothar Breinl berichtete weiter vom Erfindungsreichtum der Steinzeitmenschen: von Klebstoff aus Birkenrinde, von Messerklingen aus Obsidian, von Langhäusern, die bis zu 60 Meter lang gewesen sind. Nachdem er Funken mit Hilfe von Feuerstein und Katzengold geschlagen und an den Haaren eines Schülers die Schärfe einer Feuersteinklinge bewiesen hatte, durften die Kinder für eine Stunde selbst zu Steinzeitmenschen werden. In Gruppen bastelten sie Ketten aus Muscheln, bauten Holzbohrer und Schwirrhölzer, töpferten, bemalten und verzierten Pfeile. Für die 6. Klassen am Fraunhofer-Gymnasium war der Vormittag in jeder Hinsicht ein spannender und erlebnisreicher Ausflug in die Steinzeit!

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