
22.06.2026
Björn Puscha begeistert mit einer Zeitreise in die Antike
Ein besonderes kulturelles Highlight erwartete die Schülerinnen und Schüler des Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasiums am Donnerstag, den 18. Juni: Organisiert von der Fachschaft Latein fand in der Pausenhalle eine Aufführung des Programms „Schlechte Karten für Jupiter“ des Münchner Kabarettisten und selbsternannten „Bühnenlateiners“ Björn Puscha statt. Mit viel Humor und schauspielerischem Talent gelang es ihm, die Welt der Antike lebendig werden zu lassen und Inhalte des Latein- und Geschichtsunterrichts auf ganz neue Weise erfahrbar zu machen.
An der Veranstaltung, die insgesamt drei 90-minütige Auftritte umfasste, nahmen die Jahrgangsstufen 6 bis 11 sowie die Oberstufenkurse im Fach Latein teil. Zur Nachmittagsvorstellung waren als Gäste außerdem Dr. Alois Eiber, Stifter eines alljährlichen Preises für den besten Lateinabiturienten, StD a. D. Christian Nowotny, langjähriger Mitarbeiter in der Schulleitung und Vorsitzender des Fördervereins, sowie StD a. D. Josef Ruhland, der ehemalige Fachleiter Latein, gekommen.
In seinem interaktiv gestalteten Bühnenprogramm fragte Puscha, der in seiner Schullaufbahn sowohl Latein als auch Französisch gelernt hat, bei den Sechst- und Siebtklässlern zunächst in die Runde, welche Gründe für sie bei der Wahl der zweiten Fremdsprache ausschlaggebend gewesen seien, um dann seine eigenen Erfahrungen mit dem Fach Latein in einem unterhaltsamen Rückblick darzubieten. Seine Liebe zu dieser Sprache keimte erst auf, nachdem er sie in der Schule frustriert abgelegt hatte. Genötigt zum Nachhilfeunterricht für einen Verwandten gewann er einen neuen Blick darauf. Als jobbender Lateinstudent im „Vereinsheim Schwabing“ stellte man ihm eines Tages die Aufgabe, Sätze wie „Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei“ ins Lateinische zu übersetzen. Da ihm dies mit viel Witz, Kreativität und sprachlichem Know-How gelang, wurde „Latein mit Björn Puscha“ zu einem festen Bestandteil der BR-Sendung.
Nach der humorvollen biografischen Einführung nahm
der Kabarettist – nun bekleidet mit einer Toga – die Zuhörer mit auf eine
spannende Zeitreise ins alte Rom zur Zeit Cäsars. Auf einem imaginären
Spaziergang durch die antike Stadt gewannen die Schülerinnen und Schüler
Einblicke ins Alltagsleben der Römer. Zum Beispiel gab es bei diesen schon
Butter, die aber ausschließlich als Medizinprodukt verwendet wurde. An den
Wänden der mehrstöckigen Mietshäuser fand man freche Sprüche gegen die
Politiker. Wenn man sich bei den Wagenrennen im Circus Maximus amüsieren
wollte, konnte man vorher bei den Buchmachern – ähnlich wie bei heutigen
Sportwetten – auf ein Pferdegespann setzen.
Als besonders amüsant erwies sich der abschließende Exkurs zur römischen Namensgebung: Der erste römische Konsul hatte den Beinamen „Brutus“, was so viel wie „Dummkopf“ oder bairisch „Depp“ bedeutet. Die Römer – so Puscha – wussten also, dass ihr „Chef“ ein „Depp“ war. Der berühmte Cicero heißt eigentlich „Kichererbse“ und der heutige Herrschertitel „Kaiser“, der auf „Caesar“ zurückgeht, bedeutet im Phönizischen „Elefant“. Kaiserin Sisi könnte man demnach als die „Elefantin“ von Österreich bezeichnen.
Die gelungene Verbindung von Humor und Geschichte wurde von den Zuhörern mit tosendem Applaus belohnt.
Ein herzlicher Dank gilt dem Künstler für diese unterhaltsame Darbietung – und allen Beteiligten, die dazu beigetragen haben, dass die Pausenhalle des JvFG für einen Schultag zur Bühne für eine ganz besondere Reise in die Welt der Römer wurde.
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