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Meet a Jew

12.06.2026

Spannender Einblick ins Judentum

Am Donnerstag, den 21.05.2026, bekam die Klasse 9be Besuch von zwei Vertretern des jüdischen Glaubens aus der Region. David ben Abraham und Ofra bat Abraham kamen im Rahmen des Projekts „Meet a Jew“ an unsere Schule. Ziel des Projekts ist es, Jugendlichen das Judentum näherzubringen und Vorurteile abzubauen. Deutschlandweit engagieren sich dafür etwa 400 Freiwillige.

David ben Abraham und Ofra bat Abraham kamen im Rahmen des Projekts „Meet a Jew“ ans Fraunhofer.
David ben Abraham und Ofra bat Abraham kamen im Rahmen des Projekts „Meet a Jew“ ans Fraunhofer.

Die Gäste erklärten zunächst ihre hebräischen Namen: „ben“ bedeutet „Sohn von“, „bat“ „Tochter von“. Ofra ist jüdisch aufgewachsen und Mitglied der Gemeinde in Straubing. David dagegen wuchs katholisch auf. Sein leiblicher Vater war Jude. Durch eine Reise nach Israel begann er sich intensiv mit dem Judentum zu beschäftigen. Er recherchierte außerdem über seine jüdischen Verwandten, darunter auch Familienmitglieder, die im Konzentrationslager ums Leben kamen. Schließlich entschied er sich selbst für das Judentum. Dabei erklärte er den Begriff „Giur“, also den offiziellen Übertritt beziehungsweise die Bestätigung des jüdischen Status.

Spannend fanden viele Schülerinnen und Schüler die hebräische Schrift, die von rechts nach links geschrieben wird und ursprünglich keine Vokale enthält. Die Namen einiger Schüler wurden sogar auf Hebräisch an die Tafel geschrieben.

Außerdem erfuhren wir, dass am selben Abend das jüdische Fest Schawuot beginnt. David erzählte, dass er dafür nach München in die liberale Gemeinde „Haus des Friedens“ fährt. Dort wird gefeiert, gebetet, gesungen und traditionell Käsekuchen gegessen. Schawuot erinnert daran, dass Mose die Zehn Gebote erhielt.

Spannend fanden viele Schülerinnen und Schüler die hebräische Schrift.
Spannend fanden viele Schülerinnen und Schüler die hebräische Schrift.

Die Gäste hatten verschiedene religiöse Gegenstände dabei: eine kleine Torarolle, einen „Jad“ als Zeigestab, Kippas und einen Tallit, einen jüdischen Gebetsschal. Männer tragen in der Synagoge eine Kippa als Zeichen des Respekts vor Gott. Die Schülerinnen und Schüler durften die Kippas selbst aufsetzen. Einen Tallit braucht man unter anderem, wenn man in der Synagoge aufgerufen wird, um aus der Tora vorzulesen. Dabei wird man mit seinem hebräischen Namen angesprochen.

Auch die Bedeutung von Gebeten wurde thematisiert. Männer sollen traditionell dreimal täglich beten. Besonders wichtig ist das Gebet „Schma Israel“ – „Höre Israel“.

Die Klasse stellte viele Fragen, zum Beispiel, wie man Rabbi wird oder welche Speisegesetze es im Judentum gibt. Die Gäste erklärten die Regeln für koscheres Essen, etwa die Trennung von Milchigem und Fleischigem. Muscheln und Shrimps gelten als nicht koscher, wobei David offen erzählte, dass er trotzdem gerne Shrimps esse.

Die Gäste hatten verschiedene religiöse Gegenstände dabei: eine kleine Torarolle, einen „Jad“ als Zeigestab, Kippas und einen Tallit, einen jüdischen Gebetsschal.
Die Gäste hatten verschiedene religiöse Gegenstände dabei: eine kleine Torarolle, einen „Jad“ als Zeigestab, Kippas und einen Tallit, einen jüdischen Gebetsschal.

Außerdem sprachen David und Ofra über das Fest Chanukka. Kinder bekommen dabei oft kleine Geschenke. Da Christen in dieser Zeit Weihnachten feiern, werden die beiden Feste oft miteinander verglichen. Auch das Fest Pessach wurde erwähnt. Das Sedermahl, mit dem das Fest beginnt, erinnert an den Auszug der Israeliten aus Ägypten. Christen feiern in dieser Zeit Ostern und erinnern damit an die Auferstehung Jesu nach seinem Tod am Kreuz. Besonders interessant war die Pessach-Haggada. Dieses Buch enthält die Geschichte des Auszugs aus Ägypten und die Texte für das Sedermahl. David las daraus sogar einige Zeilen auf Hebräisch vor.

Zum Schluss stellten die Schülerinnen und Schüler noch Fragen zur aktuellen Situation in Israel. Die Gäste erzählten, dass wegen des Krieges momentan nur wenige Menschen dorthin reisen.

Die Klasse bedankte sich herzlich für den interessanten Besuch. David und Ofra ermöglichten allen einen spannenden Einblick in das Judentum.

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