
26.04.2026
Firma F.EE für Projekt am Fraunhofer
Gestatten, ich bin ein NXT!
Manche mögen mich als veraltet abstempeln – ja, man kann mich nicht mehr neu kaufen –, aber auch ich kann schon über Bluetooth mit einem Computer kommunizieren. Außerdem habe ich verschiedene Sensoren, um Geräusche, Helligkeit oder einen Tastendruck zu erkennen. Von großem Wert ist, dass ich fahren kann. Wenn ich dazu aufgefordert werde, gebe ich auch einen Beep-Ton von mir. Da ich also Aktoren und Sensoren besitze, nennt man mich auch ein cyberphysisches System.
Wie fast immer bei der Arbeit mit Hardware ist es nötig, zuerst eine Verbindung zwischen dem Computer und mir herzustellen, und zwar ohne Kabel, das mich beim Fahren nur behindern würde. Dann reagiere ich nur mehr auf die Signale dieses einen Rechners. Was wäre das für ein Durcheinander, wenn jeder Computer mit mir und allen meinen Kollegen „sprechen“ könnte. Da käme nur Kauderwelsch an – von jedem Rechner ein paar Brocken. Manchmal macht es mir Spaß – nein, das passiert einfach, wenn eines der beteiligten Programme neu gestartet wird –, mal schnell den Port zu wechseln. Sonst wäre es ja zu einfach für alle Beteiligten.
Da wir nur zu viert sind, durften die Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe des JvFG, sofern sie im NTG-Zweig sind, in kleinen Gruppen an je einem Donnerstag Nachmittag zwei Unterrichtsstunden mit uns verbringen. Herzlichen Dank an alle Lehrkräfte, die den Rest der jeweiligen Klasse beschäftigt haben. Grundlage war ein Programm in C#. Zunächst wurden wir mit Hilfe einer Fernsteuerung getestet. Auch hier hatten die Schülerinnen und Schüler schon viel Spaß: Fährt er auch eine Hand hoch? Wie weit darf er vom Computer entfernt sein? Was passiert, wenn zwei „aufeinander los gehen“? Welcher Rechner gehört zu diesem NXT? Keine Angst, jeder von uns ist ja über Bluetooth fest mit einem verbunden. Meistens erwiesen sich die Klapptische als ideal, so dass wir neben den Computern unterwegs waren, manchmal wurden wir auch auf dem Fußboden losgeschickt.
Dann ging es daran, ein Automatikprogramm unter der Verwendung meiner Sensoren und Aktoren zu schreiben. Das kommt einem selbstfahrenden Auto wesentlich näher. In dem vorgefertigten Programm konnte in einer Methode eingefügt werden, worauf ich reagieren soll – z.B. auf einen dunklen Bereich des Tisches mit einem Beep() und einer 180°-Drehung. Leider verstehe ich nicht, was 180° sind, sondern nur eine Zeitdauer. Da wurden die Grundkenntnisse der Programmierung aus den letzten Jahren wieder hervorgekramt (oder vom mitgebrachten Handout abgelesen), Wiederholungen, bedingte Anweisungen kamen neben den schon fertigen Befehlen zum Einsatz. Es musste auch darauf geachtet werden, dass ich zur Fahrt in gerader Richtung nur die Motoren einschalte, die dann bis zum nächsten Break() weiterlaufen. Wie hell oder dunkel ist jetzt dieser schwarze Streifen auf einer Skala von 0 bis 100? Wie laut ist es im Raum und ab wann soll ich reagieren? Solche Fragestellungen konnten nur mit ausgiebigen Tests beantwortet werden. Nach so viel Aktion darf ich mich jetzt wieder ein bisschen ausruhen.
Ein herzliches Dankeschön soll auch auf diesem Weg an Herrn Kilian Pietsch von der Firma F.EE weitergegeben werden, der von Termin zu Termin das Programm und die zu lösenden Aufgaben weiterentwickelte und immer mit Rat und Tat zur Seite stand. Zweimal wurde er von einem seiner Azubis bzw. dualen Studenten unterstützt. Es hat Spaß gemacht, wie ich auch an vielen Gesichtern ablesen konnte.
Text: Maria Semmelbauer
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