Zwischen Traum und Realität

11.11.2019

FraunHOFtheater spielt Mary Poppins

„Der letzte Ton ist verklungen, die Lichter gehen aus, die Menschen gehen nach Haus. Und das wars dann.” So melancholisch beschrieb Falco einst die Stimmung nach seinen Konzerten. Aber gar keine Melancholie wollte sich breit machen, als der letzte Ton verklungen und das letzte Licht erloschen war in der Produktion „Mary Poppins” der Theatergruppe des Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasiums, kurz des FraunHOFtheaters. An zwei Abenden konnten 13 Schülerinnen und Schüler einem jedes Mal begeisterten Publikum zeigen, was sie in den letzten zehn Monaten erarbeitet hatten.

Die Schülerinnen und Schüler der "Mary Poppins"-Produktion zusammen mit ihrer Regisseurin Eva-Maria Schwarzfischer
Die Schülerinnen und Schüler der "Mary Poppins"-Produktion zusammen mit ihrer Regisseurin Eva-Maria Schwarzfischer

Der Probenzeit gingen die Vorgespräche voraus. Ein Stück über Traumwelten und Realitätsflucht sollte es werden. Fantasievorstellungen und der Wechsel von Identitäten waren weitere Themengebiete, die den Jugendlichen vorschwebten. Und so fiel die Wahl auf „Mary Poppins”, deren Titelfigur sich im Roman von P.L. Travers allerdings stark von der idealisierten Disney-Interpretation unterscheidet. Aber gerade diese Brüche herauszuarbeiten, das war das Spannende für die Gruppe. Und so entstand letztendlich ein Stück über Kinder und über Kindheit. Über die Kluft zwischen den Erwachsenen, die doch auch nur vergessen haben, dass sie einmal Kinder waren, und ihren Schutzbefohlenen. Denen sie nicht ausreichend zuhören, die sie vielleicht nur als unfertige Erwachsene betrachten, die möglichst schnell in der Leistungsgesellschaft zu funktionieren haben.

Im Zentrum des Abends steht deshalb nicht Mary Poppins selbst, sondern vielmehr Jane und Michael Banks, die mit unerschütterlichem Optimismus, Vertrauensseligkeit und Neugier auf die Welt an ihrer neuen Nanny hängen. Diese sagt aber meist nur nein zu den Wünschen und Bedürfnissen ihrer Schützlinge. Und so entpuppt sich Kindheit immer mehr zum Kampf, ja zum Krieg, wie in einer Szene deutlich visualisiert wird. Und am Ende überlebt niemand die Kindheit, denn zwangsläufig werden alle älter. In the end, no one survives, heißt es somit folgerichtig im letzten Lied des Abends.

Die Antwort auf die Frage, was sich hinter dem Nebelmeer verbirgt ...
Die Antwort auf die Frage, was sich hinter dem Nebelmeer verbirgt ...

So verklang der letzte Ton und die Zuschauer sowie das Ensemble des FraunHOFtheaters kamen im Foyer des Cinema Roding zusammen und tauschten sich über den Theaterabend aus. Dass die Gruppe die wirklich großartige Chance hatte, in diesem unvergleichlichen Ambiente zu spielen, verdankte sie Matthias Fischer vom Jungen Landestheater Bayern. Er hatte vor einigen Jahren den Raum aufgetan und seinen Besitzer Adolf Brantl dazu überreden können, ihm zu gestatten, eine Bühne in den Kinosaal zu bauen. Fischer war sofort begeistert von der Idee, dass diese Bühne nun durch eine Schülergruppe des JvFG bespielt werden und so mit Leben gefüllt werden sollte. Deshalb arbeiteten er und sein Team, allen voran Techniker Felix Pauli und Dramaturgin Vera Schweinstetter unermüdlich dafür, den Bühnen- sowie den Vorraum für die Vorstellungen einzurichten, obwohl sie selbst schon mitten in den Vorbereitungen für ihre eigenen Theaterabende in Roding stecken, die im Dezember stattfinden werden. 

Diese neu entstandene Kooperation zwischen dem JvFG und dem JLTB soll in Zukunft sogar noch ausgebaut werden, zum Beispiel in Form von gegenseitigen Probenbesuchen und gemeinsamen Workshops. Somit eigentlich kein Grund für Melancholie, sondern gute Gründe für einen weiterhin optimistischen Blick nach vorne für das Theater am Fraunhofer.

Hier noch einige Eindrücke des Abends, fotografiert von Simone Seifert:


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