Wie verdient ein Künstler eigentlich sein Geld?

13.04.2018

Malerei, Objektkunst und ein Atelierbesuch

An diesem Projekttag besuchten die Mitglieder der Kunstklasse zwei Orte, an denen Kunst entdeckt, enträtselt und erlebt werden durfte. In regelmäßigen Abständen über das gesamte Schuljahr verteilt wechseln sich Praxiseinheiten mit eigenständigem künstlerischen Arbeiten und museumspädagogischer Kunstvermittlung mit theoretischem Programm ab.  Zunächst ging es zu Fuß in die Städtische Galerie Cordonhaus Cham, wo die aktuelle Ausstellung der beiden Künstlerinnen Béatrice Dreux (Malerei) und Ilona Kálnoky (Objekte) mit Neugier begutachtet wurde.

Die Schülerinnen und Schüler in der Städtischen Galerie
Die Schülerinnen und Schüler in der Städtischen Galerie

Die großformatigen Bilder der österreichischen Künstlerin Béatrice Dreux fanden unter den jungen Kunstkennern großen Zuspruch, denn sie folgen inhaltlich und formal einer sehr direkten Bildsprache. Vor allem die grelle Farbwahl und scheinbar leicht zu entschlüsselnde Motivik kam bei den Schülerinnen und Schülern sehr gut an. Auch die ornamentale Malweise beindruckte, waren doch die großen Leinwände immer mit ähnlich dargestellten Frauenkörpern in kontrastreichen Farben gemalt.

Etwas mehr gedankliche Flexibilität verlangten die Objekte der ebenfalls aus Österreich stammenden Künstlerin Ilona Kálnoky, denn die Objektkünstlerin benutze alles andere als die herkömmlichen Materialien wie z.B. Holz, Stein oder Bronze für ihre dreidimensionalen Werke. Da wurde Schaumstoff gebogen, ein Turm aus Tonscheiben in einem Balanceakt geschichtet, Salz aufgeschüttet, ein Spiegel bearbeitet und unter anderem die Widerstandskraft eines Luftballons in einer Schraubzwinge ausgelotet, ganz nach dem Motto: was kann die Form, was kann das Material. Kunst bediente hier das Feld der Experimente und der Forscherdrang unter den jungen Künstlern wurde geweckt, wenn die Künstlerin dreidimensionale Formen, Formverbindungen und Materialien austestet und ihre Ideen und Ergebnisse in einem schlichten Regal präsentierte. Die Teilnehmer ließen sich auf das Abenteuer ein und verstanden die verschiedenen Versuchsanordnungen als Ausdruck einer neuen und spannenden künstlerischen Sichtweise.

Was macht der Luftballon in der Schraubzwinge?
Was macht der Luftballon in der Schraubzwinge?

Im Anschluss an den Ausstellungsbesuch stand ein weiteres Highlight auf dem Programm. Der Bildhauer Michael Schrattenthaler erwartete die Gruppe in seinem Atelier in Kritzenast, um den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die Arbeitswelt eines freischaffenden Künstlers zu gewähren. In einer kurzen Führung stellte der Künstler einige seiner Werke vor, darunter viele Objekte und Modelle, die sich mit dem Thema Raum befassen. Es wurde erkundet, begutachtet, ausprobiert und bestaunt und schließlich wurden sogar eigene Ideen im Skizzenheft festgehalten. Lebens- und Arbeitsraum ist für den 1971 in Kufstein/Tirol geborenen Bildhauers eng miteinander verknüpft, so dass für viele Teilnehmer der Beruf des Künstlers erst greifbar wurde, als wichtige Fragen beantwortet wurden. Unter anderem wollten die Kinder wissen wie ein Künstler sein Geld verdient, wann er aufstehen muss oder wie er auf die Ideen kommt.

Der Bildhauer Michael Schrattenthaler erläuterte einige seiner Objekte
Der Bildhauer Michael Schrattenthaler erläuterte einige seiner Objekte

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Michael Schrattenthaler für die Zeit und den Einblick in seine Räumlichkeiten und freuen uns schon auf seine Einzelausstellung ab 15.4.2018 im Cordonhaus.

Hier einige Eindrücke des Kunstklassentags - im Bild festgehalten von Simone Seifert:


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